Adieu, SEO-Monster! Auf den Inhalt kommt es an

Es sind gute Zeiten. Gute Zeiten für Texterinnen wie mich, die für ihre Kunden Online-Beiträge verfassen. Jahrelang haben wir uns im Spagat geübt, nicht nur verständlich und attraktiv, sondern auch nach allen Regeln der SEO-Kunst zu formulieren, also suchmaschinenoptimiert. Damit das, was der Kunde zu sagen hat, gefunden wird – und seine Webseiten bei den Suchergebnissen vor denen der Konkurrenz auftauchen.

Wir haben Schlüsselwörter angehäuft und andere Verrenkungen hingelegt, möglichst elegant, damit es den Lesern nicht auffällt. Und auch nicht Google, denn der Monopolist unter den Suchmaschinen wollte eigentlich schon immer Qualität oben ins Ranking hieven, keine SEO-Monster. Aber seine Agenten im Netz, die Bots, taten sich mit dem Unterscheiden schwer.

Inzwischen sind diese Bots schlauer und schlauer geworden. Sie haben einen Sinn für Semantik entwickelt und angefangen, die Verbindung zwischen einzelnen Wörtern zu verstehen. Im Herbst 2013 schliesslich wurde es offiziell: Die Google-Suche kann auch komplexere Eingaben erfassen und auswerten, bis hin zu ganzen Sätzen.

Die Bots haben also erkannt, was Texter schon immer wussten: Auf den Inhalt kommt es an. Wir können uns wieder darauf konzentrieren, einfach das Angebot unseres Kunden klar und ansprechend zu formulieren, in organischen Texten. So stehen die Chancen gut, dass es jemandem, der genau dieses Angebot sucht, direkt vor die Nase gesetzt wird.

Ein paar Regeln gilt es bei Online-Texten natürlich weiterhin zu beachten. Und im Auge zu behalten, was sich SEO-mässig tut. Dafür kann man zum Beispiel den Blog von Jens Hüttenberger abonnieren. Der Kölner Texter liefert Tricks, Stilmittel und Hintergründe zur Seotorik, wie er sein Fachgebiet nennt, und dies höchst unterhaltsam und anschaulich.

Der jüngste Seotorik-Beitrag ist ein weiterer Lichtblick für alle, die fürchteten, die digitale Revolution habe längst das Ende des gepflegten schriftlichen Ausdrucks eingeläutet. Er heisst „Rechschreibfeler fermeihden“ und informiert darüber, dass Google jetzt sogar Wert auf Orthografie legt.

Es sind gute Zeiten, auch für Korrektoren.

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