Briefe mit Geschmack und Würze

Leicht bekömmlich, knackig und würzig – so muss ein Text geschrieben sein. Dann bestellen alle nur noch das eine. Nämlich ihr Produkt oder Angebot, das Sie in Ihrem Brief angepriesen haben.

Es gibt ein gutes Rezept, wie dem Verfasser ein schmackhafter Text gelingt:

Die «Anmacherzeile»: Gut gekocht, ist halb gegessen

Eine passende, persönliche Anrede

Schreiben ist wie Kochen. Die Kunst besteht darin, mit Fingerspitzengefühl die richtige Menge an Würze zu treffen. Zu wissen, was der Empfänger serviert haben möchte und was ihm schmeckt.

Werfen Sie nicht zu viele Nomen in die Pfanne. Das wirkt viel zu schwerfällig. Bleiben Sie lieber bei den aktiven Zutaten, den Verben. Auch Konjunktive sind im Topf nicht gern gesehen.

Schwer verdaulich sind lange Sätze und Papierwörter wie betreffend, Bezug nehmend oder Kenntnisnahme. Halten Sie die Sätze kurz und knackig, wie geschnittenes Gemüse. Vermeiden Sie zu viel Fettgedrucktes, sonst ist der Leser zu schnell gesättigt.

Auch Floskeln gehören nicht in ein geschmackvolles Menü. Zum Beispiel: «Wir teilen Ihnen mit, dass…». Der Empfänger hält Ihren Brief gerade in den Händen. Dass Sie ihm also etwas mitteilen, liegt auf der Hand.

Man isst bekanntlich mit den Augen. Also müssen die Sätze schön angerichtet sein. Dazu gehört die Satzform. Zu üppig wirkt der Blocksatz. Leicht und bekömmlich dagegen der linksbündige Flattersatz. Genügend Abstand vom Seitenrand ist ein weiterer Blickfang. Gönnen Sie dem Leser auch Verdauungspausen. Diese verschaffen Sie ihm durch genügend Abschnitte.

Bleibt noch der letzte Schliff vor dem Verzehr: die Grussformel. Als offiziell gilt «Freundliche Grüsse». Hier darf man ruhig erfinderisch sein und auch mal sportliche, herzliche oder aufgestellte Grüsse schicken. Sie folgen auf jeden Fall direkt nach dem Textende, also keinen grösseren Abstand erzwingen.

Sind alle diese Punkte gut gerührt und abgeschmeckt, gibt es einen Wortsalat, der den Gaumen kitzelt.

Guten Appetit

Die Buchstabenköchin

Übrigens,
das Postskriptum (PS) hat einen hohen Aufmerksamkeitswert. Oft ist es sogar der einzige Text in einem Brief, der überhaupt gelesen wird. Deshalb nutzt man das PS, um hier das Wichtigste nochmals zu nennen.

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